Geschichte - Förderverein St. Georg Kapelle Brempt e.V.

St. Georg- Brempt
St. Georg- Brempt
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Geschichte

Zum wertvollsten kulturellen Erbe Niederkrüchtens gehört die St. Georg-Kapelle von Brempt, die wahrscheinlich von den Herren von Brempt gegründet wurde. Der einschiffige Ziegelbau mit dreiseitigem Chorverschluss wurde in den spätgotischem Stil etwa um 1500, warscheinlich als Burgkapelle,erbaut.
Die St. Georg-Kapelle zu Brempt
 
Die Bauherren
 
Die in den Anfangsjahren des 16. Jahrhundert erstmals erbaute Kapelle ist dem Schutzpatron .......dem hl. St. Georg geweiht. Sie wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit durch ein in Brempt in der Zeit des 12. bis 15. Jahrhunderts ansässiges Adelsgeschlecht, der Herren von Brempt, erbaut.
 
Die Existenz des Adelsgeschlechts ist nachgewiesen durch Kaufurkunden, Siegeln bei Fürsten und des Bistums zu Köln, dem Erzstift zu Xanten und anderem mehr.
 
Der Besitz der Herren von Brempt erstreckte sich im ganzen niederrheinischen Raum.
 
Sie bekleideten hohe Ämter zwischen Maas und Niederrhein, z.B. als Marshall, Drost, Schenk oder Kämmerer. Ihren Sitz hatten diese auf der Burg Brempt, von der heute leider nur noch eine Motte übrig geblieben ist. Sie befand sich nördlich ca. 150 Meter von der Kapelle entfernt.

 
Die Herren von Brempt führten das auch heute noch im Gemeindewappen sichtbare vier blaue Querbalken auf Silbergrund.
 
Das Originalwappen der Herren von Brempt wird noch mit einem aus Gold gekröntem Helm dargestellt, auf dem ein offener, silberner Adlerflug mit blauem Querband das Schild verziert.
 
Einige historisch nachgewiesene Ländereien und Güter waren im Besitz des Adelsgeschlechtes, so z.B. Brempter Hof zu Oedt, Gut Bremete 1240, Brempter Höfe zu Etsenrade, Raderhof u.a.m.
 
 
Die Herren von Brempt waren nicht eigenständig. Sie standen in Lehensherrenschaft der Herren von Geldern, welche seinerzeit in Vlasrath bei Straelen residierten sowie der Herren von Heinsberg, seinerzeit im Hause Doenrade bei Sittard ansässig.
 
 
Das Adelsgeschlecht der Herren von Brempt erlitt seinen Niedergang sowohl durch die Tatsache, daß viele Besitztümer / Höfe am linken Niederrhein in neuen Besitz kamen, bewiesen durch Verkaufsurkunden, Schenkungsurkunden an das Bistum sowie an Margarethe von Flandern als Hochzeitsgabe bei der Vermählung mit Herzog Reinald von Geldern.
 
 
1340 ereignete sich der Niederkrüchtener Patronatsstreit. Das Kölner Domkapitel zog seinerzeit PAtronatsrecht aus den erworbenen Gütern Niederkrüchtens und Brempt und der Herzog zu Geldern seine REchte als Herzog über dieses GEbiet aus dem „Dominum“ herleitete, so folgern Historiker hieraus, daß der Patron zu Brempt der ursprüngliche Gründer der Pfarrkirche zu Niederkrüchten war.
 
 
Das Adelsgeschlecht der Herren von Brempt starb mit dem Tod Agnes von Brempt 1531 aus.
 
 
Der Bau der Kapelle
 
Vermutlich wurde mit dem Bau der Kapelle in 1500 begonnen. Wann genau der Baubeginn war, ist wissenschaftlich nicht hinterlegt.
 
1577 verpflichtete sich Otto von Byland und seine Gemahlin Maria von Bongart, Herr und Frau zu Rheydt, Brempt, Cruchten und Weckbergh, welche Land erhalten hatten, zur Zahlung einer jährlichen Ölrente. Nachweise hierfür liegen im Staatsarchiv Düsseldorf.
 
Ebenfalls übermittelt ist die Zahl 1578, in welchem die „Hochdeutschen“ ganz Brempt angesteckt haben. Grund des Niederbrennens war die Nichtzahlung der Lehensgelder.

Die Architektur der Kapelle
 
Die Kapelle wurde aus Feldbrandziegeln einschiffig erbaut. Sie besitzt einen dreischiffigen Chorabschluss sowie insgesamt zwölf doppelt abgesteppte Strebepfeiler. Der nicht gleichmäßige Grundriss lässt eine genaue Massangabe nicht zu. Länge 11,20 und Breite 4,50 m sind daher nur Circa-Angabe.
 
Der schlichte, sechsseitige, offene Dachreiter ist dem steilen Schindeldach aufgesetzt.
 
Bewundernswert ist der WEstgiebel.
 
Ein einfach gemauertes Sockelgeschoss mit einer neuen Vorhalle geht in zwei gleiche Friese aus Ziegelstein über.
 
Über den oberen Fries erhebt sich der sechsfach abgesteppte Giebel, der im mittleren Teil zwei Blendarkaden aufweist, die wiederum durch Blendbogengliederung zweigeteilt werden.
 
Eine weitere Blendarkade enthält das Zifferblatt einer Ein-Zeiger-Uhr.
 
Der Abschluss der einzelnen Giebelstufen ist dreieckig gemauert und durch Ziegel abgedeckt.
 
Der eigentliche Schmuck der Kapelle ist der Giebel, welcher sich von der Traufe frei vor dem abschließendem Dach erhebt und dessen unterer Teil durch die seitlichen Strebepfeiler nochmals betont wird. Der Stufengiebel als Zierde ist bekannt in der niederrheinischen Bürgerhäuser des 15. und 16. Jahrhunderts.
 
 
Im inneren der Kapelle
 
Die schweren Strebepfeiler am Aussenbau legen die Vermutung nahe, dass ursprünglich ein Gewölbe vorhanden war oder zumindest geplant gewesen ist.
 
Den Innenraum kann bewusst schlicht genannt werden, wären da nicht einige Figuren und Skulpturen, allen voran das etwa 90 cm grosse Kruzifix, was aus dem frühen 11. Jahrhundert stammt.
 
Dieses 1959 restaurierte Kreuz weist einige Besonderheiten aus:
 
     
  • Die Stellung der Füße
  •  
  • Die Darstellung der Kopfhaltung
  •  
  • Die Form des Lendentuches
 
 
Besondere Ähnlichkeit weist das Kruzifix mit dem Gerokreuz des Kölner Doms oder der Kirche in Bellinghausen aus. Daher stammt vermutlich das Kreuz aus einer gemeinsamen Werkstatt.
 
 
Weitere Figuren prägen das Innere, so die Hl. Madonna mit der Birne, auf dem Eichensessel sitzend reicht sie dem Jesukind eine Birne.
 
Diese Figur gehört zu den Sitzmadonnen des 15. Jhdt., erinnert gem. Hans Kisky an den Emmericher Kunstkreis und wird wohl um 1500 entstanden sein.
 
 
Die hl. Maria ist die einzige Tonfigur in der Kapelle. Eine genaue Angabe des Alters fehlt. Da aber die ORiginalfigur an anderer STelle steht, ist diese später hinzubestellende worden.
 
 
Die Figur der hl. Barbara mit dem Stadttor stammt aus dem 15. Jhdt.
 
Ebenso wie die spätgotische Schnitzerei des Schutzpatrons der Kapelle, dem hl. St. Georg, einer Arbeit von einem Schnitzer des ERkelenzer Landes.
 
 
Der mit Säulen verzierte Altaraufbau enthält ebenfalls ein Bild des Hl. St. Georg, und bildet den Mittelpunkt des Chorraumes. Die Bänke sind alle mit einem Engelskopf verziert und sind gem. Inschrift 1719 ihre Fertigung gefunden
 
 
Die Uhr der Kapelle
 
Die Uhr der Kapelle ist ein technisches Kulturdenkmal. Sie weist nur mit einem Zeiger die Uhrzeit. Das auf dem Dachboden noch vollständig erhaltene Uhrwerk stellt ein barockes technisches Denkmal dar. Hinter der Uhr befindet sich die Zahl 1612.
 
Es ist davon auszugehen, dass dies der Zeitpunkt der erneuten Fertigstellung der Kapelle ist.
 
 
Das Läutrecht
 
Von je her wurde der Tod eines Mitbürgers mit einem Glockengeläut bekannt gemacht.
 
Hierzu gab es ein Läutrecht. Dieses besagt die Berechtigung eines Brempter oder in Teilen Niederkrüchtener Bürgers, seine Toten beläuten zu lassen. Durch die Jahrhunderte wird dies heute immer noch auf Wunsch durch Mitglieder des Fördervereins so gehalten.
 
Die Glocken läuten zu Beginn des Tages um 7.00 Uhr, zu Mittag um 12.00 Uhr sowie zum Ende des Tages 18.00 Uhr
 
 
Heilige Messen
 
Diese finden zu Ehren des hl. St. Georg im April sowie im Oktober statt.
 
 
Der Förderverein
 
Er gründete sich 2013 durch den Zusammenschluss von Brempter Bürgern und mit Unterstützung des örtlichen Pfarrers, Herrn Pastor Schweikert.
 
Den Erhalt der Kapelle als Mittelpunkt des Brempter Ortszentrums hat sich der Förderverein zur Aufgabe gemacht. Insbesondere die Sanierung des stark beschädigten Daches.
 
Wir gestalten fest terminierte Führungen und öffnen die Kapelle für alle in der Zeit von Mai-September jeden Sonntag von 14.00 - 16.00 Uhr.
 
 
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BLZ 31460290
 Kto. 2021675019
Erstellt von Lars Knoch Stage7Fotografie
Kontakt
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Kapellenstr. 4
41372 Niederrküchten
02163/83070
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